Yeah! Der Frühling ist früh da und einer der momentan leider wenigen freien Tage wurde für einen dringend nötigen Gang vor der eigenen Haustür genutzt. Wer den (Harz-)Derneburg-Hildesheim-Weg schon einmal gegangen ist, weiß dass dieser bis kurz vor die A7 nicht gerade der Oberkracher ist. Nach dem Abriss einer Brücke über die Autobahn 7 musste der Weg vor einigen Jahren verlegt werden, den wir seitdem nicht mehr gewandert sind. Aber nach einigen Gängen am Anfang unserer „Wanderkarriere“ hatten wir irgendwann einfach keine Lust mehr auf diesen Weg, der sich in der ersten Hälfte, zumindest von Derneburg aus, recht zäh dahinzieht. Also musste eine Alternative her, da der Abschnitt hinter der Autobahnraststätte ziemlich schön und vor allem auch ziemlich spannend ist. Man kann darüber lachen, aber selbst die Überquerung der vielleicht einzigen „Wander-Autobahnraststätte“ unserer Heimat ist mit der Zeit von der lästigen Pflicht zum liebenswerten Kuriosum geworden. Von der Südseite des Höhenzuges ist ein Einstieg leider sehr schwierig bzw. nahezu unmöglich, so dass wir einen Einstieg von der Nordseite bevorzugen. Diese verkürzte Tour von Ottbergen (15 bis 17 Kilometer) bzw. noch verkürzter (10 bis 11 Kilometer) von Wendhausen, machen wir mittlerweile auch sehr gerne. Denn wenn das auf dem Papier auch irgendwie nicht so wirklich prall aussieht, hat das Landschaftsschutzgebiet „Vorholzer Bergland“, das sich ungefähr von den Orten Baddeckenstedt und Nettlingen bis nach Hildesheim erstreckt, doch einiges zu bieten.

Ottbergen mit St. Nikolaus und Klosterkirche
Auf geht es einfach mal, vom Wallfahrtsort Ottbergen in das Bistumszentrum und die UNESCO-Welterbestadt Hildesheim. Die Anfahrt mit dem Bus auf der landschaftlich ziemlich aussichtsreichen Strecke von Hildesheim nach Wendhausen bzw. in diesem Fall Ottbergen ist schon mal gar nicht übel. Direkt an der Bushaltestelle startet die „Prozessionsrampe“ auf den Kreuzberg mit seiner Kapelle. Da wir hier und auf der gesamten Strecke schon einige Male Begegnungen mit den scheidenden oder heimkehrenden Kranichen hatten, hier gleich der Hinweis: Hildesheim scheint eine Art Knotenpunkt der wundervollen Glücksvögel zu sein. Zur rechten Zeit im Frühjahr und im Herbst kann man dem Frühlingsgefühle weckenden oder dem melancholischen, von Abschied verkündenden Ruf der Formationsflieger lauschen. Aber jetzt machen wir uns wirklich endlich auf zur Kapelle, vorbei an den 14 ziemlich imposanten Stationen des Kreuzweges. Hinauf führt uns ein breiter, aber trotzdem netter Weg, gesäumt von zahlreichen knorrigen Linden, auf dem wir zum Beispiel das Ottberger Lied schmettern könnten.
- Es grüßt aus grauer Vorzeit Tagen
- ein Sachsendorf vom Bergeshang,
- darf Kaiser Ottos Namen tragen,
- dess‘ Ruhm in alle Welten drang.
- Sein Vater Heinrich, Sachsenherzog,
- er kannte schon den schönen Ort,
- und nur der Königskrone wegen
- zog er vom Vogelherde fort…
Ottbergen - Perle am Börderand
Das Ottberger Lied ist wohl historisch nicht ganz korrekt, aber mehr als nur ein Dorf am Rande der Hildesheimer Börde ist Ottbergen schon. Die schöne Lage am Rande des Vorholzes, der Kreuzberg als Wallfahrtsort mit Kapelle, ein Kloster, gut erhaltene Fachwerkhäuser im Ortskern und nicht zuletzt die am Ortsrand wieder ins Leben gerufene Tradition des Weinbaus lassen den Ort schon als eine Art „Bördeperle“ erscheinen. Das Kloster Ottbergen wurde 1852 gegründet und ist seit einem kurzen Gastspiel von Kapuzinern (1853 bis 1863) in den Händen von Franziskanern und Franziskaner-Minoriten. Die Wallfahrtstradition des Ortes, der einer von „nur“ 5 Wallfahrtsorten (3 im LK Hildesheim, 2 im LK Göttingen) im großen Bistum Hildesheim ist, reicht bis in das späte 17. Jahrhundert zurück. Um 1680 soll ein Schäfer auf dem Kreuzberg eine Kreuzerscheinung gesehen haben und im Laufe der Zeit pilgerten zahlreiche Menschen auf den „öden Berg“. 1726/27 wurde daraufhin eine Kapelle für die immer zahlreicher werdenden Wallfahrer errichtet, die 1905 noch einmal um einen Anbau erweitert wurde. Um 1870 entstand die Lindenallee, die auf den Berg führt. Die der Kapelle vorgelagerte Lourdes-Grotte wurde 1911 im Auftrag eines Hildesheimer Zahnarztes erbaut, angeblich als Sühne für eine seiner Patientinnen, die nicht mehr aus der Narkose erwachte.

An der Autobahnraststätte Hildesheimer Börde
Wer es nun gar nicht abwarten kann, den Kreuzberg zu besichtigen, der kann sich in diesem Video (von einer Drohne aus gefilmt) schon einmal von der Schönheit des Ortes überzeugen. Oben angekommen, darf man die Aussicht von einer Bank unter ein wirklich alten Esskastanie genießen. Der Blick reicht über den Börderand bis nach Hildesheim. Zur rechten Zeit blüht dazu auch noch die Heide am Hang. Ob man nun religiös ist oder nicht, das ist ein schöner Fleck Erde, der mehr oder weniger intensiv erkundet werden will. Hinter der Kapelle kann man sich auf einem Pfad rechts des Höhenweges durch altes Steinbruchgelände pfriemeln oder man bleibt gleich auf dem Hauptweg über die Höhe. Das ist ein netter Weg durch einen Wald, der einst einen guten Ruf unter Pilzsammlern genoss und es vielleicht immer noch tut. Das Sterben der Fichte in den letzten Jahren hat ihm aber sehr zugesetzt. Nachdem wir den Kamm verlassen, geht es etwas barrierefreier und entspannend weiter. Auf den Wegen bis zur Bundesstraße 6 kann man einfach mal ein bisschen Strecke machen durch einen aber immer freundlichen Wald. Vor dem problemlosen Überqueren der mäßig befahrenen Bundesstraße erreichen wir schließlich den Harz-Hildesheim-Weg, dem wir jetzt erstmal gnadenlos bis zum Knebel bzw. bis hinter die Hildesheimer Landwehr folgen.
Wem die Kilometer von Ottbergen zu viel sind, dem empfehle ich die Abkürzung von Wendhausen. Einfach zwei Haltestellen vorher aussteigen, ein paar Meter auf dem Radweg an der B6 entlang und dann durch die Feldmark in Richtung Harz-Hildesheim-Weg. Ein Teich mit Bank und eine nette Aussicht vom Waldrand belohnen für die „Mühen des Aufstiegs“. Beide Varianten treffen sich an dem mit einem H markierten Weg, der hier schon recht freundlich daherkommt. Unüberhörbar und teils unübersehbar nähern wir uns jetzt der Bundesautobahn 7, die mit ihren 962 Kilometern von der dänischen zur österreichischen Grenze die längste Autobahn Deutschlands ist und im Bereich Hildesheim 1960 fertiggestellt wurde. Trotz aller damit einhergehenden Probleme ist sie gerade für uns als „Wanderstraße“ die wichtigste Nord-Süd-Verbindung. Auf der heutigen Wanderung stellt sie allerdings eher ein kleines Hindernis dar, denn wir müssen uns am Rand der Autobahnraststätte Hildesheimer Börde entlangfummeln. Dazu gehen wir ein Stück an der Landstraße 492 nach links und biegen dann rechts auf die Zufahrt zur Raststätte ab. Rechts ist ein etwas breiterer Seitenstreifen, auf dem das, nicht ganz regelkonform, aber dafür relativ gefahrlos, möglich ist. So unzumutbar ich das beim ersten Mal fand, umso witziger finde ich es heute, eine solche Raststätte zu durchwandern. Wo hat man so etwas sonst? Ein nicht alltägliches Erlebnis! Warum die Raststätte allerdings Hildesheimer Börde heißt, ist mir immer noch ein kleines Rätsel. Sie liegt nicht wirklich in der Börde und sehen kann man diese von hier auch nicht. Aber vielleicht war das ja in früheren Zeiten anders. Einkehren kann man hier natürlich auch, was wir allerdings selbst noch nie getan haben. Hinter der Tankstelle ist ein Wildschutzzaun mit gut sichtbarem Tor, durch das wir die Autobahn und die Raststätte letztendlich hinter uns lassen.

Am Knebelberg
Warum tut man sich das also an? Weil direkt hinter dem Wildschutzzaun einer der schönsten Wegabschnitte des Tages und vielleicht sogar der schönste im gesamten Vorholz wartet. Ein leckerer schmaler Pfad durch famosen Laubwald führt uns zuerst am Hang des Ilsenberges entlang und dann auf den Höhenweg des Knebels. Die Autobahn ist am Anfang noch deutlich wahrnehmbar, verschwindet aber immer mehr im Hintergrund. Für geologisch Interessierte sind eventuell die Abschnitte direkt vor dem Erreichen der Raststätte und direkt hinter dem Wildzaun von Interesse. Hier stehen relativ leicht zugänglich fossilienreiche Gesteine des Hildesheimer Jurazuges an. Einige Steinbrüche in der Umgebung, wie zum Beispiel der in Heersum, der den Heersumer Schichten seinen Namen gab, laden dazu ein, selbst „steinreich“ zu werden. Auch die Mitglieder des geologisch bewanderten Familie Roemer, Name lebt in dem des Roemer-Pelizaeus-Museums weiter, haben sich hier wohl ihre ersten steinigen Sporen verdient. Über den anstehenden Gesteinen geht es auf dem Pfad weiter durch einen wunderbaren Buchen-Mischwald zum Knebelberg.
Apropos Buchenwald! Im nord- und mitteldeutschen Raum gibt es etliche Wälder, in denen die Europäische Eibe zu finden ist. Wir haben sogar einige ausgewiesene Eibengebiete bzw. Lehrpfade besucht, die uns teilweise enttäuscht hätten, wenn wir nur der Eibe wegen dort gewesen wären. Auf dem Höhenzug des westlichen Vorholzes, namentlich auf dem Ilsenberg, Knebelberg, Spitzhut und Galgenberg, gibt es einen großen Bestand dieser wundervollen Bäume. Ältere Exemplare sind seltener, es gibt sie zum Beispiel am Gelben Turm, an der Schutzhütte Jahnswiese und an einigen anderen Stellen. Jüngere Exemplare findet man immer wieder am Wegesrand und gerade in der blattlosen Jahreszeit lassen sie sich hier im fichtenarmen Wald besonders gut erkennen. Bei genauerem Hinsehen lassen sich auch in der Stadt Hildesheim einige stattliche Exemplare entdecken. Jetzt aber langsam weiter! Der Weg ist wanderbar, die Autobahn ein Hintergrundrauschen und so geht es über den Luisenberg auf den Knebel(berg), dessen „Gipfel“ mit 243 Meter die höchste Erhebung des Vorholzes darstellt. Von der Großrodung oberhalb von Lechstedt hat man wohl noch einige Jahre einen netten Ausblick in das Innerstetal zwischen Heinde und Hildesheim. Deutlich erkennbar zum Beispiel die Domäne Marienburg, der Turm auf dem Griesberg und die hinter dem Hildesheimer Wald hervorlugenden nördlichen Gipfel der Sieben Berge. Hinter den Rodungsflächen kann man kurzzeitig auf einem zwergentunnelartigen Parallelweg gehen, dann erreicht man die vielleicht am markantesten erhaltene Stelle der ehemaligen Hildesheimer Landwehr.
Die Hildesheimer Landwehr
Die Hildesheimer Landwehr
Von den Anfängen über die Zeit Bischof Bernwards bis ins Hochmittelalter wurde die Stadt Hildesheim mit einem umfassenden Verteidigungssystem ausgestattet. Damals zählten dazu hauptsächlich die heute noch erkennbaren Gräben, teils damals in doppelter Ausführung und mit Zitadellen versehen und die Stadtmauer mit ihren Wehr- und Wachtürmen. Hildesheims Altstadt ist heute noch zu ungefähr zwei Dritteln von Resten der ehemaligen Verteidigungsanlagen umgeben. Diese sind größtenteils begrünte Wallanlagen und tragen mittlerweile maßgeblich zur Schönheit und zum Lebenswert der Stadt bei. Um zum Beispiel die Grenzen des Einflussbereiches der Stadt zu schützen und eine Vorwarnung bzw. einen Zeitvorsprung gegenüber herannahenden Feinden zu bekommen, wurde rund um Hildesheim eine Landwehr errichtet. Diese bestand wohl wie die meisten dieser Wehren aus einem Graben, aus dessen Aushub ein Erdwall aufgeschüttet wurde. Dahinter pflanzte man eine dichte, massive Hecke aus widerstandsfähigen Bäumen, Sträuchern und Büschen, wie zum Beispiel Hainbuche, Weißdorn, Schwarzdorn oder Stechpalme. Durchlässe wurden mit verschiedenen Verteidigungseinrichtungen gesichert. Von der Hildesheimer Landwehr, deren Verlauf ich auch nur sehr unvollständig kenne, sind nicht viele Hinweise in der Landschaft verblieben. In manch einem Dorf weist vielleicht ein Straßenname auf sie hin, wie zum Beispiel der Landwehrweg in Giesen oder die Landwehrstraße in Harsum. Von der vermutlich die Landwehr schützenden Queneburg bei Lechstedt oder den Warttürmen auf den damals unbewaldeten Höhenzügen des Galgen- und Knebelberges sind ebenfalls keine oberirdischen Reste vorhanden. Ortsnamen wie „Uppener Pass“ oder „Borsumer Pass“ deuten auf befestigte Durchlässe hin. Auch der alte Kirchturm der St. Martinus-Kirche in Borsum geht wohl auf einen Wartturm der Hildesheimer Landwehr zurück.
An den im Gelände deutlich erkennbaren Resten der Landwehr angekommen, weiß selbst der unbedarfte Zeitgenosse, dass hier irgendetwas nicht ganz natürlich ist. Sehenswert ist es auf jeden Fall. An der ersten Weggabelung hinter der Landwehr hat uns die moderne Waldwirtschaft mal wieder einen Bärendienst erwiesen und die Strecke bis zum Restaurant Brockenblick zur Waldautobahn ausgebaut. Aber da gibt es glücklicherweise einen noch unbeschadeten Weg, der komplett parallel unterhalb am Hang verläuft und den wir schon immer viel lieber genommen haben als den Kammweg. Dazu muss man in der Kurve auf die Gerade, noch ein ganzes Stück vor der Kreuzung einem ziemlich versteckten Pfad folgen, den es auf keiner Karte gibt, den ich aber im Track verzeichnet habe. Die eingezeichnete Wegeführung stimmt nicht ganz, aber wenn man ihn einmal gefunden hat, kann man ihm und einem Waldweg mit etwas morbidem Charme folgen. Dieser führt uns dann unterhalb der Hauptkreuzung zu einer kleineren Kreuzung, auf der wir geradeaus weitergehen. Hat man den kleinen Pfad nicht gefunden, kann man an der Kreuzung, an der auf dem Kamm die Autobahn beginnt, links und ein paar Meter weiter gleich wieder rechts gehen. Okay, das würde ich mir jetzt auch nicht merken können, aber es gibt ja den Track.

Der Bismarckturm
Auf dem schönen Waldweg geht es zur Stromtrasse, die auf der einen Seite nicht so schön ist, auf der anderen eben doch. Wenn mal ein paar Jahre nicht entkusselt wurde, ist der Übergang ein regelrechter Dschungel. Wurde die Fläche, so wie jetzt gerade 2018/2019, großflächig von jeglichem Pflanzenbewuchs befreit, kann man eventuell Erstaunliches erleben. Vor einigen Jahren wuchsen hier nach einer ähnlichen Aktion bereits Wiesen-Salbei, Türkenbund und sogar Sommerwurz. Wir sind mal wieder gespannt auf dieses und/oder nächstes Jahr. Hinter der Stromtrasse geht es noch einmal auf einem tollen Pfad durch einen schönen Buchen-Hainbuchen-Wald zum Restaurant „Brockenblick“, von dessen Terrasse man in früheren Zeiten wirklich den Gevatter Brocken sehen konnte. Ein Verbindungsweg führt uns zum Gelben Turm, der nach langen Jahren im Dornröschenschlaf Ende der 1990er Jahre zu neuem Leben erweckt wurde. Da das Interesse in den letzten Jahren wieder nachgelassen hat, ist die Aussichtsplattform leider momentan nicht geöffnet. Die Termine für einen Besuch der Sternwarte holt man sich am besten bei der betreuenden „Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie“. Über Spitzhut und Galgenberg, die beiden Hausberge der Süd- und Ost-Hildesheimer, werde ich hoffentlich demnächst einen eigenen Beitrag erstellen können. Darum hier nur eine kurze Info. Der gegen Mitte des 19. Jahrhunderts komplett entwaldete Galgenberg wurde in mehreren Jahrzehnten Arbeit wieder aufgeforstet und es wurde gleichzeitig ein Naherholungsgebiet geschaffen. Das heutige Restaurant „LewensLust“, ehemals Galgenberg, entstand aus dem im Ensemble immer noch erkennbaren Forsthaus, das eigens für die umfangreiche Aufforstung errichtet wurde.
Auf schönen Pfaden, die uns vom Gelben Turm hinab zum Galgenberg führen, gelangen wir aufs Feinste zur Freifläche am Bismarckturm, in deren Nähe auch der dem Berg namensgebende Galgen stand. Der Turm wurde 1902/1903 zu Ehren des Eisernen Reichskanzlers erbaut und ist heute, falls nicht gerade mal wieder wegen Vandalismus geschlossen, häufig geöffnet. Die Einsicht in den Turm ist nicht gerade erbaulich, die Aussicht dafür schon. Vom Turm gehen wir zur Bratpfanne, die ebenfalls einen netten Ausblick bietet. Weiter bergab stehen zwei wirklich sehenswerte Wasserhochbehälter, die das Wasser für das weiter unten befindliche Wasserwerk sammelten, in dem sich seit kurzem die „Hildesheimer Braumanufaktur“ befindet. Wir biegen hier nach links ab und verlassen den Wald, um die letzte Aussicht des Tages vom Kriegerdenkmal am Galgenberg („Steinsoldat“) zu genießen. Auf den Bänken unterhalb, zum Beispiel unter den zum Naturdenkmal erhobenen Kastanien, kann man eine nette letzte Pause machen, bevor es durch die Feldstraße zum Endpunkt des Tages geht. Auf dem Weg dorthin kommen wir an mehreren historischen Gebäuden vorbei, wie den „Sieben-Brüder-Häusern“ und hinter der „Schnecke“ dann an den zwei Gebäuden der ehemaligen Malzfabrik, die zu Wohnhäusern umgestaltet wurden. Linkerhand der „Neubau“ der HAWK, an dessen Anblick man sich mittlerweile gewöhnt hat. Wie so oft gibt die Erinnerung nicht preis, was sich an diesem Ort vorher befand. Ein kleiner Abstecher in Hildesheims vielleicht schönste Allee, die mit Platanen bestandene Sedan-Allee, lohnt sich auf jeden Fall. Dann erreichen wir auch schon unser Tagesziel am Ostbahnhof Hildesheim.
Am Ende eines Tages...
Zum Schluss habe ich mal wieder etwas auf die Tube gedrückt, weil ich am Anfang zu sehr ins Schwelgen geraten bin. Das ist auf dem Papier nicht gerade eine Premium-Tour, die aber unheimlich viel Spannendes zu bieten hat, wenn man Auge, Ohr und Herz offen hält und sich ganzheitlich für die vielen kleinen Dinge interessiert, die unsere Heimat lebens- und liebenswert machen. Wenn wir erst unsere Datsche haben und sich damit die Möglichkeiten zum Wandern wieder vervielfältigen, werden wir vielleicht wieder den Fehler machen, den Schönheiten vor der eigenen Haustür den Rücken zu kehren. Ich hoffe, das so etwas nicht geschieht, denn … warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
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