Nach einigen Demonstrationen in Niedersachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen, sollte es am 01.05.2022 endlich auch mal ins Nachbarland Sachsen-Anhalt gehen. Die Orga von Wernigerode, der bunten Stadt am Harz, rief zur Großdemo des ganzen Harzes auf. Diesem Ruf folgten letztendlich (leider nur) etwa 150 Menschen. Aber erst mal von vorne. Das nördliche Vorland des Harzes und der Nordharzrand, haben es uns ja sowieso sehr angetan. Etliche Male haben wir etliche Orte zwischen Langelsheim und Mansfeld besucht und etliche Male waren wir hier wandern. Da wir wieder früh unterwegs waren und uns eigentlich recht gut in der Gegend auskennen, machten wir einen kleinen Abstecher zum Hakel bei Heteborn, den wir noch gar nicht kannten. Wir gingen eine kurze Runde durch den Wald und entschieden uns daraufhin, irgendwann im Frühling zurückzukehren für eine Wanderung. Als wir zum Auto zurückkamen, hatten sich einige historische Fahrzeuge eingefunden, darunter ein paar Trecker verschiedener Marken. Tolles Erlebnis! Dann ging es nach Wernigerode zurück, durch meine „Lieblingslandschaft“, die man findet, wenn man eine Linie zwischen den Städten Halberstadt, Wernigerode, Blankenburg und Quedlinburg zieht.

Kundgebung auf dem Marktplatz

Kundgebung auf dem Marktplatz

Auf dem Großparkplatz in Wernigerode angekommen, waren dort schon einige andere Trupps angekommen, die zum Startpunkt in der Nähe des Wernigeröder Bahnhofs zogen. Wir natürlich hinterher. Dort angekommen, sah es erst einmal fast so aus, als hätte sich mehr Polizei eingefunden als Demonstranten. Das Verhältnis besserte sich dann aber noch ein wenig und so zogen wir mit den bereits erwähnten 150 Leuten los durch die Stadt. Friedlich und bestimmt, bunt und laut, freundlich und fröhlich, so war dieser Tag in Wernigerode, so war mein Empfinden. Es gab noch eine Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz mit einigen Reden, einige holten sich nebenbei ein Eis und auf der Rathaustreppe zeigte sich der „Deutsche Gandhi-Bund“. Zu diesem Zeitpunkt waren wir dutzende Male mit tausenden von Menschen in vier Bundesländern unterwegs gewesen und keinem einzigen offensichtlich „Rechtsradikalen“ begegnet. Nicht einmal eine „Reichsfahne“, mit der ich auch keine Probleme habe, hatten wir irgendwo gesehen. Was wir sahen? Menschen aller Art, die für ihre Freiheit, für Selbstbestimmung und für vieles andere auf die Straße gingen und weiter gehen. Es sind immer weniger geworden aus mannigfaltigen Gründen, aber es ist eine Bewegung, die hoffentlich ihre Spuren hinterlassen wird. Für mich gilt: Wenn wir nicht die Friedens- und Freiheitsbewegung sind, wo bitteschön ist diese denn geblieben, jetzt, wo man sie am dringendsten bräuchte?

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