Das dritte Mal Berlin! Eigentlich wollten wir den weiten Weg – 600 Kilometer, 12 Stunden Auto und Laufen – nicht mehr auf uns nehmen, aber wir entschieden, dass wir versuchen, weiterhin eine Demo im Jahr in Berlin mitzunehmen. Wie die beiden Mal zuvor parkten wir auf dem recht entspannten und nicht allzu teuren Parkplatz am Gropius-Bau, um auf dem Weg zur Demo gleich einen Gang durch die Geschichte der Stadt und der Nation zu absolvieren. Zuerst erreichen wir das sperrig benannte „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz“. Über den Potsdamer Platz erreichen wir das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, die Botschaft unserer Schutzherren, der USA und schließlich das Brandenburger Tor, wo sich auch dieses Mal ein lautes und buntes Völkchen eingefunden hatte, um gegen den Wahn der Zeit, gegen den Geist der Zeit zu stehen und zu gehen. Auf der vor dem Aufzug stattfindenden Kundgebung gab es einige Reden und Musik, unter anderem von Yann Song King, Björn Banane und Captain Future, dann ging es erstmal los.

FRIEDEN!
Wir waren wieder um einiges weniger als ein Jahr zuvor, aber genug, um für ausreichend Stimmung zu sorgen. Wenn man bedenkt, wie viele es 2020 waren und jetzt 2023, könnte man fast denken, dass Kalle recht behalten hat und die Ungeimpften alle gestorben sind. Papperlapapp! Es ist wie es ist und zurückgeblieben sind die Veteranen einer Neuen Friedens- und Freiheitsbewegung. Zurückgeblieben ist der harte Kern, der sich nicht mehr einlullen lassen will, dem die Possierlichkeiten der immer dekadenter werdenden Gesellschaft am Arsch vorbeigehen. Wir werden nie wieder glauben, wir werden nie wieder vertrauen und wir werden uns nie wieder setzen. Die Route der Demo war dieses Mal wieder ein wenig anders, aber so langsam fangen wir an, uns hier wieder ein wenig auszukennen. Die Stimmung war wie immer bestens und es gab so viele tolle Begebenheiten, so viele schöne Begegnungen, so viel Zuspruch und ein klein wenig Gegenwehr. Am Ende gab es noch eine Ehrenrunde im Tiergarten und dann eine Abschluss-Kundgebung am Brandenburger Tor. Der konnten wir nur kurz beiwohnen, weil es für uns noch einmal 300 Kilometer nach Hause und für meine Beste am nächsten Morgen zur Arbeit ging.
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